Geschichte der Studentenkorporationen

Geschichte der polnischen Korporationen

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Studenten vereinigen sich in der Verbindungen, seitdem es Universitäten gibt, also seit dem Mittelalter. An den alten Universitäten Europas waren die Studierenden in sogenannten nationes zusammengeschlossen, also in Verbänden von Studenten, die aus dem gleichen Land stammen. Solch ein Verband war sehr formell, die Mitglieder einer natio lebten und verpflegten sich zusammen, sicherlich verbrachten sie auch ihre Freizeit gemeinsam. In neuerer Zeit entstanden an Universitäten die Landsmannschaften, die auch aus derselben Region oder Stadt stammende Studenten vereinigten. Sie benutzten eine eigentümliche Symbolik und Kleidungselemente, die die Mitglieder ihrer besonderen Landsmannschaft auszeichneten.

Am Anfang des 19. Jahrhunderts begannen an den deutschen Universitäten die Burschenschaften zu entstehen. Diese Bewegung fügte zu den Zeichen der Landsmannschaften (farbige Bänder, Mützen) sehr klar bestimmte Ideale hinzu, deren wichtigstes der Widerspruch gegen den Absolutismus war. Die Burschenschaften erlangten eine große Popularität bei den Studenten, jedoch wurden sie von den Polizeibehörden der deutschen Staaten verfolgt.

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Das Burschenschaftsmodell verbreitete sich im gesamten Einflußbereich der deutschen Kultur, also an praktisch allen Universitäten in Mitteleuropa. Verbindungen solcher Art werden auch Studentenkorporationen genannt. Während des ganzen 19. Jahrhunderts entstanden, vor allem in Deutschland, verschiedene Typen von Studentenkorporationen. Einige betonen das konfessionelle Element, wie die katholischen Verbindungen, die das Mensurfechten ablehnen, andere unterstreichen ihre politische Neutralität (die Corps). Die gemeinsame Grundlage aller Verbindungen ist das Lebensbundprinzip. Es bedeutet, daß ein Mitglied nach dem Studienabschluß seine Beziehungen zur Verbindung nicht abbricht, sondern die Korporation als sogenannter Alter Herr, (oder Philister) unterstützt, an den Stiftungsfesten teilnimmt, schließlich schickt er seine Söhne zur Verbindung!

more Ausführliche Geschichte des Verbindungswesens in Deutschland
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In den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts begannen auch die polnischen Studenten an russischen Hochschulen, sich in Verbindungen dieser Art zu vereinigen. In dieser Zeit, als Polen unter Rußland, Preußen und Österreich-Ungarn aufgeteilt war, bildete eine Burschenschaft das einzige gesetzlich nicht verbotene Organisationsmodell, durch welches polnische Studenten im zaristischen Rußland patriotische Tätigkeit ausüben konnten. Im Jahre 1828 entstand in Dorpat (heute Tartu in Estland) der "Convent Polonia". Die polnischen Studentenverbindungen haben, neben den für andere Korporationen typischen Werten (wie die Brüderlichkeit) sehr stark die Gestaltung des Patriotismus und uneigennützige Arbeit zum Wohl des polnischen Volkes als ihre Ideale betont. In der Zeit, als Polen geteilt war, wurden auch andere polnische Korporationen an den Universitäten in Dorpat, Riga, Petersburg und Wien gegründet.

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Nachdem Polen im Jahre 1918 wieder unabhängig wurde, zogen diese Verbindungen an die im Land neueröffneten Hochschulen. Es entstanden auch neue Korporationen. Am 15. Juni 1920 wurde in Poznan die "Lechia" gegründet, die zwischen den Weltkriegen zu den stärksten Poznaner Verbindungen gehörte. Ihr Wahlspruch war "Ehre und Vaterland" und ihr besonderes Anliegen war die Hilfe für sPolen im Exil.

Auf den Photos unten: die Chargierten Lechiae im Jahre 1933 (1) und die Füxe mit dem Fuxmaior (auf polnisch: Olderman) und Senior im Jahre 1930 (2).

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Im Jahre 1921 wurde der Verband der Polnischen Akademischen Korporationen gegründet, der kurz vor dem Zweiten Weltkrieg beinahe hundert Studentenverbindungen an etlichen Universitätsorten Polens (und auch in der Freien Stadt Danzig) vereinigte. Auch die im Ausland studierenden Polen gründeten eigene Verbindungen in Brünn, Czernowitz, Freiburg in Uechtland, Kaunas und Wien. Umgekehrt existierten in Polen Korporationen der nationalen Minderheiten (deutsche, ukrainische, jüdische, weißrussische und russische).

Die Tätigkeit der Studentenkorporationen in Polen wurde durch den Angriff der deutschen und sowjetischen Truppen im September 1939 unterbrochen. Wegen des Krieges und der Verfolgung kamen viele Korporierte und Alte Herren ums Leben, andere mußten emigrieren. Auch die Insignien und Ausstattungsbestandteile der Korporationen gingen meistens verloren. Im kommunistischen Polen durften die Studentenverbindungen nicht wieder an die Hochschulen zurückkehren. Ihre christlichen, patriotischen und konservativen Ideale waren für den Staat gefährlich. Trotztem hielten die am Leben gebliebenen Alten Herren ihre Kontakte, organisierten inoffizielle Treffen und Feste. Erst nach dem Fall des Kommunismus wurde die Reaktivierung der Studentenkorporationen an den polnischen Universitäten möglich.

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upHomepage der Korporation "Lechia"

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