Struktur
Insignien
Verbindungsalltag
Sowohl die alten, als auch die reaktivierten Studentenkorporationen zeichnen sich durch traditionelle Bräuche und ein interessantes Zeremoniell aus.
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Im Prinzip ist die Korporation eine Gruppe von Freunden für das ganze Leben, deswegen müssen die neuen Mitglieder vor ihrem Eintritt zunächst (durch Kooptation) von der ganzen Verbindung akzeptiert werden. Innerlich strukturiert sich die Korporation in Aktivitas und Altherrenzirkel (Philisterium). Die Aktivitas wird durch die Studenten gebildet, also durch die aktiven Mitglieder, die für die konkrete Tätigkeit der Verbindung verantwortlich sind. Wer sein Studium schon abgeschlossen hat, verläßt die Aktivitas und tritt in den Altherrenzirkel ein. Als Alter Herr (oder Philister) soll er die Korporation unterstützen. Obwohl sich die Alten Herren grundsätzlich in die laufende Arbeit der Aktiven nicht einmischen, nehmen sie an den Stiftungsfesten oder anderen Feierlichkeiten teil.
Zur Aktivitas gehören die vollberechtigten Mitglieder, die Burschen (auf polnisch rycerze - wörtlich: Ritter) genannt werden, wie auch die (noch) nicht vollberechtigten Füxe (auf polnisch giermkowie - wörtlich: Knappen), die sozusagen in der Probezeit sind. Sowohl die Aufnahme in die Korporation (Admission) als auch die Rezeption zum Burschen darf nur mit Einverständnis der Burschen (die gemeinsam den Convent, das höchste Entscheidungsgremium der Aktivitas bilden) zustandekommen, wobei der Kandidat eine Prüfung bestehen und sich bei der Mitarbeit in der Verbindung als aktiv erweisen muß. Auf dem Photo: Rezeption in die "Lechia" (die Zeremonie ist dem Ritterschlagen ähnlich; der neue Bursche trägt eine charakteristische traditionelle Tracht).

Mitglieder einer Studentenkorporation
zeichnen sich durch ihre Deckel (Mützen) und dreifarbige
Bänder
aus, die sie zumindest bei Verbindungsveranstaltungen, eigentlich aber
auch im Alltag tragen sollen. Jede Verbindung hat ihre eigenen Farben,
sowie ein spezifisches Deckelmuster. Andere Insignien sind: die Fahne,
das Wappen und der Zirkel, das ist ein Monogram, welches
aus drei stilisierten Buchstaben: V, C, F und der Initiale des Verbindungsnamens
besteht. Die Buchstaben bedeuten: "Vivat, crescat, floreat", also
auf Lateinisch: es lebe, wachse und blühe (die Verbindung). So sieht der
Zirkel Lechias aus:
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Den Zirkel soll der Korporierte zu seiner Unterschrift (im Rahmen der Verbindungstätigkeit)
zeichnen.
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An der Spitze einer Korporation steht der Senior (auf Polnisch: Prezes). Die anderen Stellungen sind: der Consenior (auf Polnisch: Wiceprezes), der Schriftführer (auf Polnisch: Sekretarz), der Quästor (auf Polnisch: Skarbnik) und der Fuxmaior (auf Polnisch: Olderman). Die letztgenannte Stellung ist sehr charakteristisch für die Studentenverbindungen. Der Fuxmaior ist für die richtige Ausbildung der Füxe und Kandidaten verantwortlich. Unter seiner Leitung bereiten die Füxe Referate vor, halten Diskussionen und nehmen am kulturellen Leben teil. Die bildende Funktion ist sehr wichtig in einer Korporation. Die obenerwähnten Stellungen werden Chargen genannt und bilden gemeinsam das Präsidium. Bei der Unterschrift zeichnen die Chargierten nach dem Zirkel spezielle Zeichen, die ihre Stellung angeben: zum Beispiel bedeutet "x" den "Senior". Der Fuxmaior schreibt "FM" (in Deutschland) oder "O.M." (in Polen). Die ehemaligen Funktionen (in vergangenen Semestern) werden in Klammern geschrieben.
Auf dem Foto: die ersten Chargen Lechiae nach der Reaktivierung (1994):

Die Burschen sind zur Mitwirkung an der laufenden Tätigkeit der Korporation verpflichtet, d. h. sie sollen zu den Conventen, Vorträgen, Ausflügen, Treffen sowie zu den Feierlichkeiten erscheinen. Das wichtigste Fest im Verbindungsleben ist das Stiftungsfest. Auch die Alten Herren besuchen die Verbindung zu diesem Anlaß, gegebenenfalls kommen sie von außerhalb in die Universitätsstadt; neue Burschen werden rezipiert. Die Stiftungsfeste, wie auch die inoffiziellen Treffen (Kneipen) verlaufen gemäß einem traditionellen Zeremoniell, das Ansprachen, Lieder und Trinksprüche umfaßt. Auf dem Photo unten: ein Trinkspruch während der Kneipe.

Das Verbindungsleben ist sehr farbig und interessant. Das Modell hat sich schon zu Zeiten unserer Vorfahren bewährt, paßt aber auch in die Gegenwart.
Lukasz Bielecki
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Homepage
der Korporation "Lechia"
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